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Geschichte der Stadt Vallendar |
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Vallendar, urkundlich zum ersten Mal 1056 genannt, dürfte bereits schon zur
Zeit Karls des Großen eine Ortschaft gewesen sein. Den Namen muss man
wahrscheinlich - ebenso wie Mallendar - auf eine keltische Flurbezeichnung
in einem Bachtal zurückführen.
Im Mittelalter zunächst Sitz eines pfalzgräflichen Hochgerichts, ging die Gerichtsbarkeit später auf die Grafen von Sayn über. Richtplatz war der heutige Rathausplatz, auf dem auch das erste Vallendarer Rathaus stand (1294-1789). Die Grafen von Sayn waren es dann auch, die um 1240 am Nordausgang von Vallendar eine Burg erbauten, auf deren Grundmauern heute die Marienburg steht. Etwa zur gleichen Zeit wurde Vallendar durch eine Stadtmauer befestigt. Die letzten Befestigungsmauern wurden 1809 abgerissen. Vallendar entwickelte sich zu einem bedeutenden Handelsort des vorderen Westerwaldes, besonders als Stapelplatz der keramischen Industrie. Mit der Zeit entstand daraus ein handwerkliches Gewerbe. Davon zeugen heute noch einige Straßennamen wie etwa die Eulergasse (als Euler bezeichnete man früher Steinzeugbrenner), aber auch die Hammergasse (hier stand im Mittelalter ein Eisenhammer). Hinzu kamen Porzellanmanufaktur und Lederverarbeitung. Die Grafen von Sayn-Wittgenstein, verkauften die Herrschaft Vallendar am 17.11.1767 für 100 000 Gulden an den Kurfürsten von Trier. Mit dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ging auch das Kurfürstentum Trier unter und Vallendar wurde Teil des Herzogtums Nassau, bis es dann beim Wiener Kongress Preußen zugeteilt wurde. So erhielt Vallendar dann auch 1856 Stadtrechte nach der preußischen Städteordnung (ob Vallendar bereits im Mittelalter Stadtrechte besaß, ist nicht nachweisbar). Die positive wirtschaftliche Entwicklung Vallendars hielt bis in die 20iger Jahre unseres Jahrhunderts an, bis es mit der Weltwirtschaftskriese und den Kriegsfolgezeiten seine industrielle Bedeutung verlor. Gemäß den Vorstellungen des Vallendarer Stadtrates nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich die Stadt überwiegend zu einem bevorzugten Wohnort im Nahbereich von Koblenz. Die mittelrheinische Stadt Vallendar verstärkte ihre Attraktivität durch die Ansiedlung bedeutender sozialer und kultureller Einrichtungen. Schon 1143 war das erste Kloster in Vallendar gegründet worden, das Schönstätter Kloster der Augustinerinnen. Dieses klösterliche Leben wurde 1567 durch den zuständigen Bischof aufgehoben. 1900 ließen sich in diesem Bereich die Pallotiner nieder, zunächst mit einem Studienheim. Daraus entwickelte sich eine theologische Hochschule, in der 1945 der Vorlesungsbetrieb begann. 1979 erhielt die private Hochschule ihre Anerkennung als Universität, an der nun auch Laien (auch Frauen) studieren können. Heute hat Vallendar, bezogen auf die Einwohnerzahl, wohl die größte studiendichte in unserem Land. Mit der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU), untergebracht in der Marienburg, wurde der Hochschulstandort Vallendar weltbekannt. In dem Gelände, in dem seit 1240 die Burg der Grafen von Sayn stand und die Familie d'Ester im 18. Jh. ein schönes barockes Gebäude errichtete, wurde am 01.09.1988 der Studienbetrieb aufgenommen. Auch die Schönstattbewegung, kurz vor dem 1. Weltkrieg aus der Hochschule der Pallottiner hervorgegangen, hat den Namen der Stadt in der ganzen Welt verbreitet. Aus dieser Keimzelle entwickelte sich im Laufe der Zeit eine internationale Bewegung. Die Vallendarer Gnadenkapelle ist in mehr als 110 Nachbildungen in vielen Staaten (besonders Südamerikas) zu finden. Vallendar, seit 1934 anerkannter Luft- und Kneipp-Kurort, erhielt 1958 eine besondere Kureinrichtung, die Neurologische Klinik des "Bundes Deutscher Hirngeschädigter". Die Einrichtung wurde durch eine Rehabilitationsabteilung für jugendliche Hirngeschädigte erweitert. Auf dem Mallendarer Berg entstand 1975 ein weiteres Ausbildungszentrum zur beruflichen Rehabilitation erwachsener Behinderter: das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands. Vallenar hat sich in den letzten Jahren zu einem liebenswerten Städtchen entwickelt, in dem zu leben es Spaß macht. Im Rahmen der Stadtsanierung wurden bereits einige Verbesserungen durchgeführt: Der große Burgplatz und der neugestaltete Marienburgpark, die gelungene Verbindung von barockem d'Ester-Haus mit dem modernen Glasgebäude der Hochschule sind Vorzeigeobjekte. Auch der Rathausplatz mit dem Umfeld des neuen Rathauses der Verbandsgemeinde wurde umgestaltet. Die Fußgängerzone Hellenstraße wurde durch Ansiedlung weiterer Geschäfte und durch eine fußgängerfreundliche Umgestaltung eine reizvolle "Einkaufsmeile". Zahlreiche Park- und Grünflächen, aber auch der stadtnahe Wald laden zum Spaziergang ein. Ausführliche Informationen zur Geschichte können Sie unserer tabellarischen Darstellung entnehmen. |
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